Elektronische Leckortung zur Qualitätssicherung: Risikominimierung, Schadensprävention und Monitoring

Der Schwerpunkt liegt bei diesen Artikel auf Risikominimierung, Qualitätssicherung, Schadensprävention und kontinuierlichem Monitoring durch elektronische Leckortung.

SHB Dach

Elektronische Leckortung zur Qualitätssicherung: Risikominimierung, Schadensprävention und Monitoring

Undichtigkeiten gehören zu den schwerwiegendsten Risiken bei Dach- und Bauwerksabdichtungen. Dringt Wasser in einen Dachaufbau ein, können nicht nur die Abdichtung selbst, sondern auch Dämmstoffe, Tragkonstruktionen, Innenräume und technische Anlagen betroffen sein. Besonders kritisch wird dies bei Gebäuden, in denen hochwertige oder empfindliche Einrichtungen untergebracht sind.

Die Ursachen für Leckagen sind vielfältig. Fehler können bereits in der Planung entstehen, beispielsweise durch unvollständige Details oder widersprüchliche Vorgaben. Auch Ausführungsfehler, unzureichende Qualitätskontrolle, falsch gelagerte oder fehlerhafte Materialien sowie mangelnde Wartung können zu Undichtigkeiten führen. Hinzu kommen äußere Einwirkungen wie Starkregen, Hagel oder Schnee.

Elektronische Leckortung, kurz ELD (Electronic Leak Detection), bietet die Möglichkeit, Abdichtungsmembranen gezielt auf Fehlstellen zu untersuchen. Dabei geht es nicht nur um die spätere Suche nach einer bereits aufgetretenen Leckage. Besonders wertvoll ist ELD als Bestandteil der Qualitätssicherung während der Herstellung eines Dachsystems.

Warum die Qualitätssicherung bei Abdichtungen entscheidend ist

Eine Abdichtungsmembran kann nach der Verlegung äußerlich weitgehend intakt erscheinen und dennoch Fehlstellen aufweisen.

Solche Beschädigungen können beispielsweise entstehen durch:

  • Fehler bei der Herstellung oder Verarbeitung

  • mechanische Beschädigungen während der Montage

  • unzureichend ausgeführte Nähte und Anschlüsse

  • Beschädigungen durch nachfolgende Gewerke

  • fehlerhafte Materiallagerung oder Verarbeitung

  • unzureichende Qualitätskontrolle

Das Problem verschärft sich, sobald die Abdichtung durch weitere Schichten überdeckt wird. Ist beispielsweise eine Begrünung, ein Belag, eine Schutzschicht oder eine weitere Dachaufbauschicht eingebaut, ist die Membran nicht mehr unmittelbar zugänglich.

Eine Fehlstelle, die vor der Überdeckung relativ einfach lokalisiert und repariert werden könnte, kann später erheblich schwieriger zu untersuchen sein.

Deshalb ist der Zeitpunkt der Prüfung entscheidend: Eine elektronische Leckortung ist besonders wirkungsvoll, wenn die Abdichtungsmembran noch frei zugänglich ist.

Grenzen der klassischen Flutprüfung

Die Flutprüfung war lange Zeit ein etabliertes Verfahren zur Überprüfung der Dichtheit horizontaler Abdichtungen.

Dabei wird die Abdichtungsfläche kontrolliert mit Wasser beaufschlagt. Die Methode kann grundsätzlich Hinweise auf die Wasserdichtheit liefern, besitzt jedoch wesentliche Einschränkungen.

Eine Flutprüfung ist insbesondere nur für Abdichtungen geeignet, die unmittelbar auf einer tragfähigen Konstruktion liegen. Eine Fehlstelle kann beispielsweise dazu führen, dass Wasser bis zur Tragkonstruktion gelangt, ohne dass es auf der Unterseite sichtbar austritt. In diesem Fall kann die Flutprüfung unauffällig bleiben, obwohl die Abdichtung bereits beschädigt ist. Die Fehlstelle kann später während der Nutzungsdauer dennoch zu einem Leck werden.

Das Gewicht des Prüf­wassers als zusätzliches Risiko

Bei großflächigen Flachdächern können erhebliche Wassermengen erforderlich sein. Das zusätzliche Gewicht stellt insbesondere bei konventionellen Flachdachkonstruktionen ein statisches Risiko dar.

Die im IIBEC-Beitrag genannten nordamerikanischen Dachdeckerverbände empfehlen deshalb keine routinemäßige Flutprüfung konventioneller flach geneigter Dächer. Neben der möglichen strukturellen Belastung wird auch die Aussagekraft als Qualitätssicherungsverfahren kritisch bewertet.

Damit gewinnt die elektronische Leckortung als zerstörungsarmes Prüfverfahren an Bedeutung.

Elektronische Leckortung als Instrument der Risikominimierung

ELD nutzt elektrische Eigenschaften der Abdichtung, um Fehlstellen gezielt zu erkennen.

Das Grundprinzip ist bei den verschiedenen ELD-Verfahren vergleichbar: Die Abdichtungsmembran wirkt im intakten Zustand als elektrischer Isolator. Unterhalb der Membran befindet sich ein elektrisch leitfähiger Untergrund, der als Rückweg für den Prüfstrom dient.

Eine Beschädigung der Membran kann einen elektrischen Weg zwischen Oberfläche und leitfähigem Untergrund herstellen. Dieser Stromfluss beziehungsweise Lichtbogen kann vom Prüfgerät erkannt werden.

Die ASTM D7877 beschreibt vier grundlegende elektronische Verfahren zur Erkennung und Lokalisierung von Fehlstellen:

  • Niederspannungs-Scanplattform

  • Niederspannungs-Vertikalroller

  • Niederspannungs-Vector-Mapping

  • Hochspannungs-ELD beziehungsweise Spark- oder Holiday-Testing.

Die technischen Voraussetzungen für eine gültige ELD-Prüfung

Die Zuverlässigkeit einer elektronischen Leckortung hängt wesentlich vom Aufbau des Dachsystems ab.

Für eine gültige Prüfung bei Neubauten nennt die Quelle mehrere grundlegende Voraussetzungen.

Leitfähiger Untergrund direkt unter der Membran

Unmittelbar unterhalb der Abdichtungsmembran muss sich ein ausreichend leitfähiger Untergrund befinden.

Dafür kommen beispielsweise infrage:

  • Stahlbeton

  • Metall

  • speziell vorgesehene leitfähige Schichten

Dieser Untergrund bildet den elektrischen Rückweg für den Prüfstrom.

Erdverbindung

Der leitfähige Untergrund muss mit einer geeigneten Erdverbindung verbunden sein.

Dafür können beispielsweise metallische Durchdringungen genutzt werden, wenn diese einen direkten Kontakt zum leitfähigen Untergrund besitzen.

Zugängliche Abdichtungsmembran

Für eine zuverlässige Prüfung muss die Membran entsprechend dem gewählten Verfahren zugänglich sein.

Elektrisch isolierende Schichten oberhalb der Membran können den für die Leckortung notwendigen Signalweg unterbrechen. Deshalb sollte eine Prüfung möglichst vor der endgültigen Überdeckung der Abdichtung erfolgen.

Elektrischer Weg durch eine Fehlstelle

Schließlich muss ein elektrischer Weg zwischen der Membranoberfläche und dem leitfähigen Untergrund entstehen können.

Bei Niederspannungsverfahren wird dieser Weg durch Wasser unterstützt.

Bei Hochspannungsverfahren wird ein direkter Luftspalt durch die Fehlstelle benötigt.

Niederspannungs-ELD

Niederspannungsverfahren arbeiten mit einer befeuchteten Membranoberfläche.

Das Wasser übernimmt dabei die Funktion eines leitfähigen Mediums. Es transportiert den Prüfstrom von der Oberfläche zu einer vorhandenen Fehlstelle und von dort zum leitfähigen Untergrund.

Die Quelle unterscheidet insbesondere zwischen Scanplattform, Vertikalroller und Vector-Mapping.

Niederspannungs-Scanplattform

Die Scanplattform wurde entwickelt, um die elektronische Leckortung bei horizontalen Flächen zu vereinfachen.

Für die Prüfung wird die Oberfläche befeuchtet. Die Plattform bringt eine niedrige elektrische Spannung auf die Oberfläche. Befindet sich unter der Plattform eine Fehlstelle, kann Strom durch das Wasser und die beschädigte Membran zum leitfähigen Untergrund fließen.

Das System signalisiert die erkannte Fehlstelle akustisch und optisch.

Eine Weiterentwicklung der Scanplattform ermöglichte es, auch semileitfähige Membranen wie schwarzes EPDM unter bestimmten Bedingungen zu prüfen. Diese technische Entwicklung wurde in ASTM D8231-19 berücksichtigt.

Vertikalroller

Der Vertikalroller ist für Bereiche vorgesehen, in denen eine horizontale Scanplattform nicht eingesetzt werden kann.

Dazu gehören beispielsweise:

  • vertikale Flächen

  • Übergänge

  • Anschlüsse

  • andere nicht für die Plattform geeignete Bereiche

Der Sensor wird angefeuchtet und direkt über die Membran geführt.

Auch hier entsteht bei einer vorhandenen Fehlstelle ein elektrischer Stromweg zum leitfähigen Untergrund.

Grenzen von Scanplattform und Roller

Die Scanplattform ist auf horizontale Flächen beschränkt und benötigt eine ausreichend benetzte Oberfläche.

Zu viel Wasser kann jedoch ebenfalls problematisch sein. Besteht beispielsweise eine zusammenhängende Wasserverbindung von der Prüfplattform zu einem geerdeten Bauteil wie einem Ablauf, kann das Gerät ein Signal erzeugen, obwohl keine Membranfehlstelle vorliegt.

Auch beim Vertikalroller kann überschüssiges Wasser eine Verbindung zu einem geerdeten Bauteil herstellen und dadurch eine Fehlanzeige verursachen.

Niederspannungs-Vector-Mapping

Beim Vector-Mapping wird um den zu untersuchenden Bereich ein Leitungsring verlegt.

Metallische Durchdringungen und Dachabläufe müssen ebenfalls berücksichtigt und gegebenenfalls elektrisch isoliert werden. Die entsprechenden Leitungen werden mit dem äußeren Leiter verbunden.

Innerhalb des Prüfbereichs muss sich ein möglichst geschlossener Wasserfilm befinden. Ein Generator beaufschlagt den Bereich mit einer niedrigen elektrischen Spannung. Mit zwei Handsonden wird anschließend der Stromfluss in Richtung der Fehlstelle verfolgt.

Die geschlossene Wasserfläche als Voraussetzung

Das Verfahren ist stark davon abhängig, dass sich auf der Membran eine zusammenhängende Wasserfläche bildet.

Fehlt diese Verbindung an einzelnen Stellen, kann der elektrische Signalweg unterbrochen sein. Dadurch können Fehlstellen übersehen werden.

Besonders neue und saubere Membranen können problematisch sein, weil Wasser dazu neigt, Tropfen oder einzelne Pfützen zu bilden, anstatt einen geschlossenen Film auszubilden.

Die Quelle weist darauf hin, dass teilweise Spülmittel eingesetzt werden, um die Bildung eines zusammenhängenden Wasserfilms zu unterstützen, nennt diesen Ansatz jedoch zugleich als sicherheitsrelevant.

Hoher Vorbereitungsaufwand

Vector-Mapping erfordert im Vergleich zu den anderen ELD-Verfahren einen höheren Vorbereitungsaufwand.

Der gesamte Prüfbereich sowie geerdete Bauteile müssen vor der Untersuchung entsprechend isoliert werden. Dadurch können bestimmte Details und Übergänge gerade nicht oder nur eingeschränkt geprüft werden.

Auch vertikale Flächen sind mit diesem Verfahren schwierig zu untersuchen und werden vom Gerätehersteller nicht als regulärer Anwendungsbereich empfohlen.

Hochspannungs-ELD

Die Hochspannungsprüfung, auch als Spark Testing oder Holiday Testing bezeichnet, arbeitet nach einem anderen Prinzip.

Die Membranoberfläche muss trocken und elektrisch nicht leitfähig sein.

Eine Elektrode mit leitfähigen Metallborsten wird über die Oberfläche geführt. Bei einer intakten Membran verhindert die elektrische Isolation den Stromfluss.

An einer Fehlstelle kann dagegen ein elektrischer Lichtbogen durch die beschädigte Stelle zum leitfähigen Untergrund springen. Das Gerät erkennt diesen Vorgang und signalisiert die Fehlstelle.

Trockene Oberfläche erforderlich

Die wichtigste Einschränkung der Hochspannungsprüfung ist die notwendige trockene Oberfläche.

Tau, Frost oder andere Feuchtigkeit können ebenfalls einen elektrischen Weg erzeugen und dadurch Fehlanzeigen verursachen.

Vor Beginn der Prüfung muss deshalb sichergestellt werden, dass die Oberfläche tatsächlich trocken ist.

Prüfspannung muss zur Membrandicke passen

Bei der Hochspannungsprüfung muss die eingesetzte Spannung auf die Dicke der Membran abgestimmt werden.

Eine zu hohe Spannung kann die Membran beschädigen.

Die Quelle beschreibt für das dort behandelte Verfahren Spannungen von bis zu etwa 40.000 Volt. Diese Angabe ist als technische Beschreibung des konkreten Verfahrens zu verstehen und nicht als allgemeiner Prüfwert für jede Membran oder jedes Gerät.

Sicherheitsanforderungen

Aufgrund der hohen elektrischen Spannung sind besondere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Die Quelle weist außerdem darauf hin, dass Hochspannungsprüfungen nicht in Bereichen mit brennbaren Stoffen eingesetzt werden sollten, da ein Lichtbogen eine Zündquelle darstellen kann. Personen mit elektronischen Implantaten sollen nach der Quelle ebenfalls nicht mit diesem Verfahren arbeiten.

Welche Membranen können mit ELD geprüft werden?

ELD kann bei einer großen Bandbreite von Abdichtungs- und Beschichtungsmaterialien eingesetzt werden.

Die Quelle nennt unter anderem:

  • TPO

  • PVC

  • EPDM

  • SBS-modifizierte Bitumenabdichtungen

  • heiß verarbeitete Flüssigabdichtungen

  • kalt verarbeitete Flüssigabdichtungen

  • Verkehrsflächenbeschichtungen

  • HDPE-Bahnen

  • Geomembranen.

Allerdings ist nicht jede Membran mit jedem ELD-Verfahren prüfbar.

Insbesondere semileitfähige Materialien können die klassische elektronische Leckortung einschränken. Beim Vector-Mapping und bei der Hochspannungsprüfung nennt die Quelle beispielsweise schwarzes EPDM als problematisch. Für bestimmte Anwendungen können jedoch angepasste Prüfverfahren eingesetzt werden.

Leitfähige Schichten als Teil des Dachaufbaus

Wenn unterhalb der Membran kein geeigneter leitfähiger Untergrund vorhanden ist, kann eine speziell dafür vorgesehene leitfähige Schicht integriert werden.

Solche leitfähigen Medien können beispielsweise als:

  • leitfähige Grundierung

  • Metallgitter

  • andere speziell entwickelte leitfähige Schicht

ausgeführt werden.

Entscheidend ist die Position unmittelbar unter der Abdichtungsmembran.

Wird das leitfähige Medium dagegen unterhalb einer Dämmung oder einer Schutzplatte angeordnet, kann die darüberliegende isolierende Schicht den elektrischen Rückweg unterbrechen. Die ELD-Prüfung wäre dann nicht gültig.

Leitfähiges Medium muss zum Dachaufbau passen

Welche leitfähige Schicht verwendet werden kann, hängt vom konkreten Abdichtungssystem ab.

Dabei spielen unter anderem eine Rolle:

  • Membranmaterial

  • Befestigungsart

  • Verklebung

  • mechanische Befestigung

  • Schweiß- oder Flämmverfahren

  • Anforderungen aus Normen und Zulassungen

Die Quelle weist darauf hin, dass die verwendeten leitfähigen Systeme die jeweils geltenden Bauvorschriften und einschlägigen technischen Standards berücksichtigen müssen.

ELD vor der Überdeckung

Für die Qualitätssicherung ist der Zeitpunkt der Prüfung besonders wichtig.

Die Abdichtungsmembran sollte möglichst geprüft werden, bevor weitere Schichten des Dachaufbaus installiert werden.

Das betrifft insbesondere:

  • Dämmungen

  • Schutzschichten

  • Drainagematten

  • Wurzelschutzschichten

  • Begrünungsaufbauten

  • Beläge

  • weitere Überdeckungen

Sobald elektrisch isolierende Schichten oberhalb der Membran vorhanden sind, kann der elektrische Signalweg unterbrochen werden.

Deshalb ist eine ELD-Prüfung der freiliegenden Membran während der Bauphase häufig die sicherste Möglichkeit, Fehlstellen zuverlässig zu erkennen.

Vorsicht bei ELD durch Überdeckungen

Teilweise wird behauptet, bestimmte ELD-Verfahren könnten auch nach Fertigstellung des gesamten Dachaufbaus durch die Überdeckung hindurch eingesetzt werden.

Die IIBEC-Quelle weist hier ausdrücklich auf Einschränkungen hin.

Dämmungen, Drainagematten und Wurzelschutzschichten können elektrisch isolierend wirken und den Signalweg unterbrechen. Beim Vector-Mapping kann außerdem der direkte Kontakt der Messsonden zur Membran verloren gehen.

Auch ein während der Bauphase verlegtes Randkabel garantiert deshalb nicht, dass eine spätere Prüfung durch den fertigen Dachaufbau hindurch zuverlässig funktioniert.

Für die Planung bedeutet das: Die Möglichkeit einer späteren ELD-Prüfung sollte nicht einfach vorausgesetzt, sondern bereits bei der Planung des gesamten Dachaufbaus technisch nachgewiesen werden.

ELD als Bestandteil der Bauabnahme

Die elektronische Leckortung kann einen wichtigen Beitrag zur Inbetriebnahme und Abnahme eines Abdichtungssystems leisten.

Das Ziel besteht nicht darin, erst nach dem Auftreten eines Schadens nach dessen Ursache zu suchen. Vielmehr soll die Abdichtung bereits während der Herstellung auf mögliche Fehlstellen untersucht werden.

Wird eine Fehlstelle gefunden, kann sie unmittelbar repariert und anschließend erneut geprüft werden.

Damit entsteht ein geschlossener Qualitätssicherungsprozess:

Verlegung → ELD-Prüfung → Fehlstellenlokalisierung → Reparatur → Nachprüfung → Freigabe zur Überdeckung

Dieser Ablauf reduziert das Risiko, dass eine beschädigte Abdichtung unbemerkt unter weiteren Bauteilschichten verschwindet.

Kontinuierliches Monitoring von Dachsystemen

ELD wurde inzwischen nicht nur für einmalige Prüfungen weiterentwickelt.

Eine weitere Anwendung sind integrierte Monitoring-Systeme, die bereits während der Herstellung eines Dachaufbaus eingebaut werden.

Solche Systeme werden insbesondere bei Gebäuden eingesetzt, bei denen ein Wasserschaden besonders hohe Folgekosten verursachen könnte. Die Quelle nennt beispielsweise:

  • Krankenhäuser

  • Rechenzentren

  • Museen

Die Sensoren können in einem Raster innerhalb des Dachaufbaus angeordnet werden. Als typisches Raster nennt die Quelle etwa 4,6 × 4,6 m. Dadurch entstehen definierte Überwachungsbereiche.

Kontinuierliche Überwachung der Dichtheit

Im Gegensatz zu einer einmaligen ELD-Prüfung liefern Monitoring-Systeme kontinuierlich Informationen über den Zustand des Dachsystems.

Wird Feuchtigkeit erkannt, kann das System die zuständigen Personen alarmieren.

Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass ein mögliches Feuchteproblem erkannt werden kann, bevor sich größere Mengen Wasser im Dachaufbau ausbreiten und erhebliche Schäden verursachen.

Temperatur- und Feuchtesensoren

Bei konventionellen Dachaufbauten können zusätzlich Temperatur- und Feuchtesensoren strategisch innerhalb des Systems angeordnet werden.

Die Überwachungssoftware kann anhand dieser Daten das Kondensationspotenzial innerhalb des Dachaufbaus und der einzelnen Überwachungszonen berechnen.

Wird Feuchtigkeit festgestellt, kann das System Informationen über deren Lage und den zeitlichen Verlauf liefern.

Damit erhält der Gebäudebetreiber eine Grundlage, um die Ursache der Feuchtigkeit zu untersuchen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Entfernung der Feuchte einzuleiten.

Von der einmaligen Prüfung zum Risikomanagement

Die Entwicklung von der klassischen Lecksuche hin zur kontinuierlichen Überwachung verändert die Rolle der elektronischen Leckortung.

ELD kann in unterschiedlichen Phasen des Lebenszyklus eines Dachsystems eingesetzt werden:

Während der Bauphase

Die Abdichtungsmembran wird vor der Überdeckung auf Fehlstellen untersucht.

Bei der Inbetriebnahme

Die Prüfung dient dazu, die ordnungsgemäße Funktion der Abdichtung vor der endgültigen Fertigstellung zu bestätigen.

Während der Nutzungsphase

Bei geeigneten Systemen können Feuchteentwicklungen kontinuierlich überwacht werden.

Im Schadensfall

Wird eine Auffälligkeit festgestellt, können Messdaten dabei helfen, die betroffene Zone einzugrenzen und die weitere Untersuchung gezielt durchzuführen.

Damit wird aus der reinen Lecksuche ein Instrument des technischen Risikomanagements.

Warum frühe Fehlererkennung Schäden verhindert

Der entscheidende wirtschaftliche Vorteil der elektronischen Leckortung liegt nicht unbedingt in der Prüfung selbst, sondern in der Möglichkeit, Schäden frühzeitig zu erkennen.

Eine Fehlstelle, die während der Bauphase entdeckt wird, kann normalerweise wesentlich einfacher repariert werden als eine Fehlstelle unter einem vollständig aufgebauten Dachsystem.

Noch größer können die Unterschiede während der Nutzungsphase sein. Wenn Wasser unbemerkt in einen Dachaufbau eindringt, kann sich die Feuchtigkeit über längere Zeit ausbreiten.

Mögliche Folgen sind unter anderem:

  • Durchfeuchtung von Dämmstoffen

  • Beeinträchtigung der Tragkonstruktion

  • Schäden an Innenräumen

  • Korrosion

  • Schimmel- und mikrobiologische Probleme

  • Schäden an technischen Anlagen

  • Unterbrechungen des Gebäudebetriebs

Bei kritischen Gebäuden können die Folgekosten eines Wasserschadens den eigentlichen Reparaturaufwand der Dachabdichtung deutlich übersteigen.

ELD und die Lebensdauer des Dachsystems

Eine dauerhaft funktionierende Abdichtung ist eine wesentliche Voraussetzung für die geplante Nutzungsdauer eines Gebäudes.

Regelmäßige Qualitätssicherung während der Herstellung kann dazu beitragen, dass Fehlstellen nicht von Anfang an Bestandteil des fertigen Dachsystems werden.

Ein kontinuierliches Monitoring kann darüber hinaus Veränderungen während der Nutzungsphase frühzeitig anzeigen.

Damit kann ELD dazu beitragen, die geplante technische Lebensdauer des Dachsystems besser abzusichern und vermeidbare Feuchteschäden zu reduzieren. Die IIBEC-Quelle sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Risikominimierung und zur Vermeidung von Schäden durch Dachversagen und Feuchtigkeit.

Was eine zuverlässige ELD-Prüfung ausmacht

Die Qualität der elektronischen Leckortung hängt nicht allein vom eingesetzten Prüfgerät ab.

Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • geeignete Abdichtungsmembran

  • geeigneter Prüfaufbau

  • leitfähiger Untergrund direkt unter der Membran

  • funktionierende Erdverbindung

  • geeignete Prüfbedingungen

  • korrekt ausgewählte Prüfspannung

  • ausreichende Kalibrierung

  • geeignete Prüfmethodik

  • qualifiziertes Prüfpersonal

  • nachvollziehbare Dokumentation

Insbesondere muss bereits bei der Planung berücksichtigt werden, ob der geplante Dachaufbau später überhaupt zuverlässig elektronisch geprüft werden kann.

Fazit

Elektronische Leckortung ist mehr als ein Verfahren zur nachträglichen Suche nach Undichtigkeiten. Richtig in den Bauprozess integriert, kann ELD ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung, Schadensprävention und Risikominimierung sein.

Besonders wirksam ist die Prüfung bei Neubauten, solange die Abdichtungsmembran noch frei zugänglich ist. Fehlstellen können lokalisiert, repariert und anschließend erneut geprüft werden, bevor Dämmung, Schutzschichten, Begrünungen oder andere Aufbauten die Abdichtung überdecken.

Die verschiedenen ELD-Verfahren besitzen jeweils eigene Einsatzbereiche und Grenzen. Niederspannungsverfahren arbeiten mit einer benetzten Oberfläche, während Hochspannungsverfahren eine trockene Membran voraussetzen. Vector-Mapping benötigt einen zusammenhängenden Wasserfilm und einen sorgfältig abgegrenzten Prüfbereich. Bei allen Verfahren ist ein geeigneter leitfähiger Untergrund unmittelbar unter der Membran von zentraler Bedeutung.

Für kritische Gebäude kann ELD darüber hinaus zu einem kontinuierlichen Überwachungssystem erweitert werden. Integrierte Sensoren können Feuchteentwicklungen erkennen und Verantwortliche frühzeitig alarmieren. Dadurch können Maßnahmen eingeleitet werden, bevor aus einem kleinen Feuchteproblem ein umfangreicher Gebäudeschaden entsteht.

Der entscheidende Gedanke lautet deshalb: Leckagen sollten nicht erst dann untersucht werden, wenn bereits ein Wasserschaden sichtbar ist. Eine frühzeitige elektronische Prüfung und – bei geeigneten Gebäuden – eine kontinuierliche Überwachung können dazu beitragen, Fehlstellen rechtzeitig zu erkennen, Reparaturen gezielt durchzuführen und die Risiken für Gebäude, Nutzung und Betrieb deutlich zu reduzieren.

Unsere Leistungen

Flachdach-Leckortung

Flachdach-Dichtheitsprüfung

Flachdach-Feuchtemessung

Flachdach Wartung-/Inspektion

Leckortungsgerät Vertrieb

Ihr Partner für die Leckortung & Dichtheitsprüfung von Flachdächern.

Kontakt

+49 155 11015039

info@shb-dach.de

Im Brauhof 12, 04420 Markranstädt